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DIE EISERNE LADY


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GB 2011 / Regie: Phyllida Lloyd / Buch: Abi Morgan/ Darsteller: Meryl Streep, Jim Broadbent, Susan Brown, Alice de Cunha, Olivia Colman, Alexandra Roach / 105 Min. / ab 6

Margaret Thatcher, die ehemalige Premierministerin Großbritanniens, inzwischen Mitte Achtzig, frühstückt in ihrer Wohnung am Chester Square, London. Obwohl ihr Ehemann, Denis, seit Jahren verstorben ist, löst ihr Entschluss, endlich seine Kleidung aus dem gemeinsamen Kleiderschrank auszusortieren eine ganze Reihe intensiver Erinnerungen aus. Und tatsächlich erscheint ihr Denis im Laufe des Tages, so real, als sei er noch am Leben - loyal, liebevoll und stets zu schrägen Späßen aufgelegt.

Schon bald informiert das besorgte Personal, Carol Thatcher über die ganz offensichtliche Verwirrung ihrer Mutter, die Gegenwart und Vergangenheit nicht mehr voneinander zu trennen vermag. Die Sorge verstärkt sich noch, als Margaret auf der Dinner-Party, die sie am Abend gibt, erst ihre Gäste mit messerscharfen politischen Analysen unterhält, sich dann aber in Erinnerungen an ein Abendessen verliert, bei dem sie Denis vor sechzig Jahren zum ersten Mal getroffen hat.

Anschließend geht Margaret zu Bett, kann aber nicht einschlafen. Und so steht sie wieder auf, um sich alte Super 8-Filme anzusehen, die sie in einer Kiste findet. Es wird eine Nacht voller Erinnerungen an ihren Aufstieg zur mächtigsten Frau Großbritanniens, an ihre Regierungszeit, an ihren Ehemann und ihre Kinder.

Reflektionen und Gedanken über die Opfer, die sie in ihrem Privatleben leisten musste, um ihre Karriere voranzubringen.

Am folgenden Tag kann Carol ihre Mutter überreden, einen Doktor aufzusuchen. Margaret besteht darauf, sich bester mentaler Gesundheit zu erfreuen. Natürlich verschweigt sie dem Arzt, wie es wirklich um sie steht, dass sie sich die Gegenwart ihres Mannes einbildet.

Zurück in der Wohnung am Chester Square beginnt Margaret gegen die zunehmende Flut von Erinnerungen und Halluzinationen anzukämpfen. Sie verpackt endlich Denis Nachlass in Kisten und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Natürlich wird sie sich auch weiterhin an die Vergangenheit erinnern, doch sie muss lernen in der Gegenwart zu leben. Vielleicht wird es ein anderes Leben sein, als zuvor, doch es wird nicht weniger lebenswert sein.

Theaterregisseurin Phyllida Lloyd und Meryl Streep schrieben bereits im Jahre 2008 gemeinsam Filmgeschichte. Lloyds Filmdebüt "Mamma Mia!" wurde mit Meryl Streep in der Hauptrolle zum bislang erfolgreichsten britischen Kino-Exportschlager aller Zeiten. Jetzt haben die beiden sich noch einmal zusammengetan, um gemeinsam das Leben einer ebenso umstrittenen, wie verehrten Polit-Ikone zu verfilmen: Margaret Thatchers rasanten Aufstieg zur ersten Regierungschefin Großbritanniens und ihr tiefer Fall Anfang der Neunziger Jahre. Unter der sensiblen Regie von Phyllida Lloyd gelingt Meryl Streep ein weiteres erstaunliches, faszinierendes und bewegendes Schauspiel-Wunder. Sie stellt die "Eiserne Lady" über eine Zeitspanne von nicht weniger als vierzig Jahren dar. Und von Anfang an verschwimmen Margaret und Meryl zu einer Einheit. Meryl Streep spielt diese Rolle nicht - sie wird Margaret Thatcher. Eine Leistung, die gerade mit ihrer fünfundzwanzigsten "Golden Globe"-Nominierung belohnt wurde.