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SO, 11.03.: ADAMS ÄPFEL


Filmreihe SINNema

Filmstart: 15.00 Uhr / Eintritt: 5€!

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Dänemark 2005/ Regie und Buch: Anders Thomas Jensen / Kamera: Sebastian Blenkov, Musik: Jeppe Kaas / Darsteller: Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen, Nicolas Bro, Ali Kazim, Paprika Steen / 89 min. / ab 16

Dänische Filme haben für Vielgucker etwas von einem Familientreffen. Immer wieder dieselben Menschen treffen sich vor und hinter der Kamera, dieselben Gesichter erzählen in immer neuen Konstellationen Geschichten, die immer wieder neu, aber auch irgendwie freundlich vertraut sind. Wenn man es so betrachtet, ist „Adams Äpfel“ eine besonders gelungene Party, bei der so gut wie alles stimmt und alle sich ausgezeichnet amüsieren.

Regie führt Anders Thomas Jensen, der „Dänische Delikatessen“ und „Flickering Lights“ schrieb und verfilmte und die Drehbücher zu fast allen anderen dänischen Filmen verfasste, die in den letzten Jahren bei uns im Kino zu sehen waren: „Brüder“, „Skagerrak“, „Stealing Rembrandt – Klauen für Anfänger“, „Open Hearts“, „Willbur wants to kill himself, „Mifune“ u.v.a.m.

„Adams Äpfel“ ist sicher eins der Highlights in dieser langen Reihe von Erfolgsfilmen. Jensen hat an seiner dunklen Seite gearbeitet und eine böse funkelnde Satire auf das Gutmenschentum und den Glauben an Veränderung gedreht, die dennoch, ganz ohne ein schlechtes Gefühl zu hinterlassen, versöhnlich stimmt.

Neonazi Adam (Ulrich Thomsen) wird zur Wiedereingliederung in Pfarrer Ivans (Mads Mikkelsen) kleine Gemeinschaft mitten auf dem Land geschickt. Konsterniert muss er feststellen, dass der Pfarrer mindestens ebenso gestört und monomanisch ist wie seine Schäfchen, der Alkoholiker Gunnar, der Terrorist Khalid und der alte Nazi Poul (später kommt mit Paprika Steen noch eine zweite Alkoholikerin hinzu).

Der Renitenz der Insassen begegnet Ivan mit einer blinden Naivität und Gutmütigkeit, die Adam, der sich eigentlich raushalten und mit seinem Hitlerbildchen einigeln wollte bis die Bewährung rum ist, auf die Palme bringt. Das beginnt schon im Vorstellungsgespräch, als Ivan Adam auffordert, sich ein Ziel zu suchen und Adam aus Jux angibt, einen Apfelkuchen backen zu wollen. Die versteckte Aggression dieses Vorschlags ignoriert Ivan völlig. Stattdessen stürzt er sich mit manischer Begeisterung auf die Vorbereitungen der Backaktion. Jeden Rückschlag – und davon gibt es jede Menge, von Krähen, die das halbrohe Obst fressen über explodierende Öfen bis hin zu einem gigantischen Gewitter – interpretiert er als Versuchung des Teufels, der es zu widerstehen gilt. Adam hält das für Gewäsch, aber irgendwie setzt sich die Kuchenidee auch bei ihm fest.

Der Apfelkuchenplot ist nur einer von mehreren absurden Erzählsträngen, die Jensen äußerst geschickt zu einem runden Ganzen verzwirbelt. Dabei schlägt er jede Menge Haken und überrascht immer wieder mit neuen grotesken Wendungen und schwarzen Pointen. Ausländer, Behinderte, Alkoholiker, Neonazis, Gutmenschen, Ärzte – Jensen lässt nichts aus und schont niemanden. Wie das alles mal enden wird, ist zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar, aber immer stimmig.

Souverän behält der Regisseur den Überblick über seine Geschichte. Alle Charaktere sind sorgfältig inszeniert und ihre Begegnungen auf den Punkt genau getimt. Hinzu kommt eine lässig professionelle Filmsprache die Spaß an Farbe, Pomp und Dramatik findet, ohne jede zur reinen Oberfläche zur verkommen.

Überschäumende Einfälle gepaart mit routinierter, hochprofessioneller Umsetzung machen „Adams Äpfel“ zu Jensens bislang bester Komödie.

Eine grandiose schwarze Komödie.
Stern

Eine boshaft-witzige Komödie über das komplizierte Konzept von Gut und Böse ein Kino-Highlight.
KulturSPIEGEL

Ein makabrs Glaubensdrama aus Dänemark. Eine bodenlose Unverschämtheit - und eine Offenbarung! Diese Komödie ist schwärzer als schwarz. Und lustiger, als man es für möglich halten möchte.
Cinema

 

 

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