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22.4. + 29.4.: "MIA SAN DAGENG"


88 Minuten, Idee, Drehbuch, Umsetzung: Katz Seger und Olli Nauerz, Regie: Olli Nauerz, Katz Seger, Michael Bentele (Co-Regie), Musik: Einstürzende Musikantenstadl, Pack, The Marionettes, Marionetz, United Balls, Zusatzzahl, Alternative Arschlöcher, Scum, FKK Strandwixer, Lorenz Lorenz, Armes Deutschland, The Schrott, ZSD, Die Ausgebombten, The Crowds, Freiwillige Selbstkontrolle, A+P, Condom, Spider Murphy Gang, Sigi Pop, Wuide Wachl, Friendly Fire und andere.

 

 

Der Film Mia san dageng! ist ein echtes Do-it-Yourself Produkt und kommt

direkt aus dem Kern d e r Münchner Szene. O h n e jegliches Budget o d e r

Fördergelder, nur dank der großartigen Zusammenarbeit und Hilfe zahlreicher ehemaliger oder immernoch Punks und anderer, die sich der Sache verbunden fühlen, entstand über fünf Jahre hinweg eine authentische Doku- Collage aus rarem Archivma- terial, neu gedrehten Interviews sowie alten und aktuellen Konzertmitschnitten der verschiedensten Punk-Bands aus München. Neben viel Musik und ausgiebig Pogo gibt es aber auch andere kulturelle Auswüchse des Punk und Underground zu sehen - und auch die politischen und sozialen Besonderheiten im erzkonservativen Bayern kommen nicht zu kurz. Wo sonst, wenn nicht hier, wo die Wurzeln des Punk Mitte der 70er Jahre einen saftigen Nährboden in der bairischen Widerständigkeit und Sturschädeligkeit fanden, hätten Phänomene wie der FLEXHEADORDEN des Kampf-Künstlers Mike Spike Froidl alias Don Chaos oder die Polit-Kultur-Terror-Spaß-Gruppe FREIZEIT 81 ihren Ursprung nehmen sollen? Die besonders harten Bedingungen im Punk-Alltag hier in München, immerwährende Auseinandersetzungen mit fi nsteren Zeitgenossen

wie den Schwarzen Sheriffs oder der von Peter Gauweiler gegründeten

Sondereinsatztruppe USK, schmiedeten eine Szene zusammen, die

heute noch in ihrer Buntheit und Vielfalt ihresgleichen sucht. Das wird im Film

ebenfalls schön beleuchtet, wenn junge Punks ihren heutigen Alltag in München

beschreiben und versuchen, eben dieses ganz Spezielle am M-Punk zu

erklären. Finanziert allein aus den Einnahmen von Konzerten und Festivals,

unterstützt mit kostenfrei überlassenem Material und Arbeitskraft, unentgeltlich

oder zu geringstmöglichen Sätzen erteilte Genehmigungen und Lizenzen

konnte fernab jeglicher kommerzieller Mechanismen der Filmindustrie ein

tatsächlich unabhängig produzierter Film entstehen, der technisch auf sehr

hohem Niveau versucht, Punkästhetik konsequent auch optisch umzusetzen.

Und das Ganze mit einem hohen Maß an Humor und Gaudi... Punk als möglichst

knappes Statement, auf gut bairisch eben: Mia san dageng!