USA 2008, Regie: Isabel Coixet, Drehbuch: Nicholas Meyer (nach dem Roman „Das sterbende Tier" von Philip Roth), Darsteller: Penélope Cruz, Ben Kingsley, Dennis Hopper, Patricia Clarkson, Peter Sarsgaard, Deborah Harry, 108 Min., ab 12
David Kepesh ist ein eloquenter Professor, der durch seine Intelligenz und sein Charisma die Studentinnen anzieht wie das Licht die Motten. Er liebt, so nennt er es jedenfalls, binden will er sich nie – verheiratet war er schon einmal. Das geht so flott vor sich her, bis, ja bis er auf Consuela Castillo trifft. Ihr Gesicht ist von besonderer Schönheit, sie besitzt einen vollendeten Körper. Um Kepesh ist es geschehen.
Trotz eines Altersunterschiedes von 30 Jahren beginnt Consuela den Professor mit der Zeit leidenschaftlich zu lieben, was mit wundervollen Stunden voller Sexualität verbunden ist. Die Tragik: Kepesh kann das kaum glauben, sieht wegen des unterschiedlichen Alters immer schon das Ende der Beziehung kommen, begreift nicht, wie tief Consuelas Liebe geht und ist letztlich – übrigens auch unter dem Einfluss seines Dichterfreundes George O’Hearn – gar nicht bereit, sein Leben an diese Liebe hinzugeben. Die unausweichliche Konsequenz: Consuela trennt sich von David. Jahre später, an einem Silvesterabend, kommt ein ebenso verhängnisvoller wie viel versprechender Telefonanruf.
Die Kompliziertheit des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern, die Hingabefähigkeit der Frau, die Hingabeunfähigkeit des Mannes, das Verpassen des richtigen Zeitpunktes (des so genannten „fruchtbaren Moments"), die eher störenden Einflussnahmen von außen, all das wird in diesem von Isabel Coixet formal ziemlich perfekt gestalteten Film thematisiert und durchexerziert.
Die eigentliche Kunst aber besteht darin, wie Ben Kingsley (David Kepesh) und Penélope Cruz (Consuela Castillo) dieses von Glück und Sex überwältigte und in Tragisches verstrickte Liebespaar spielen - hervorragend. Auch Dennis Hopper als Freund O’Hearn, Patricia Clarkson als Kepeshs Aushilfs- und Dauergeliebte Carolyn oder Peter Sarsgaard als sich mit dem Vater im Clinch befindlicher Sohn Kenny können sich sehen lassen. Es gibt sehenswerte Szenen mit ihnen.Künstlerisch bedeutsam.
Die Spanierin Isabel Coixet, die bereits mit ihren eindringlichen Filmen MEIN LEBEN OHNE MICH (2003) und DAS GEHEIME LEBEN DER WORTE (2005) international für Furore sorgte, ist die erste Filmemacherin, die sich einer literarischen Vorlage - ELEGY, die filmische Adaption von Roths 2001 veröffentlichen Kurzroman "Das sterbende Tier"- des ebenso gefeierten wie umstrittenen US-amerikanischen Schriftstellers und Pulitzer-Preisträgers Philip Roth zuwandte. Das Ergebnis beeindruckt und verblüfft gleichermaßen. Und auch das Publikum auf der diesjährigen Berlinale, wo ELEGY seine Weltpremiere feierte, zeigte sich von dem unglaublich intimen Drama begeistert.





