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"Die Klasse"


Regie: Laurent Cantet, Buch: Laurent Cantet, François Bégaudeau, Robin Campilo, nach dem Roman von François Bégaudeau, Kamera: Pierre Milon, Catherine Pujol, Georgi Lazarevski, Schnitt: Robin Campillo, Stéphanie Léger, Darsteller: François Bégaudeau, Nassim Marabt, Laura Baquela, Cherif Bounaidja, Juliette Demaille, Dalla Doucoure, Frankreich 2008, 128 Min., ab "ohne Altersbeschränkung"

Im 20. Pariser Arrondissement, einem Multi-Kulti-Viertel und sozialem Brennpunkt, bereiten sich der junge Lehrer François (François Bégaudeau) und seine Kollegen auf das neue Schuljahr in ei­ner Klasse mit vielen Migrantenkindern vor. Sie haben die besten Absichten, ihren Schülern das not­wendige Wissen beizubringen und sich nicht entmutigen zu lassen. Vor allem François ver­sucht, im Französischunterricht nicht nur notwendige Fakten und sprachliche Kompetenz zu vermit­teln, sondern auch soziale Werte menschlichen Zusammenlebens, Respekt und Toleranz. Im Klassenraum mit 14- bis 15-jährigen Schülern unterschiedlicher Nationalitäten prallen Meinun­gen und Kulturen aufeinander, ein Mikrokosmos des heutigen Frankreichs und seiner gan­zen ethni­schen Vielfalt. Der engagierte Lehrer gibt trotz aller Widrigkeiten nicht auf, weicht Kon­frontatio­nen nicht aus, kämpft gegen Leistungsverweigerung und Aggression, fördert mit unkon­ventio­nellen Methoden die Stärken der Jugendlichen und gibt eigene Schwächen zu. Er spielt auf Risiko und gewinnt für alle ein Stückchen mehr Gerechtigkeit und Demokratie.

 

Nach dem erfolgreichen Roman von François Bégaudeau, der fulminant auch die charismati­sche Hauptrolle spielt, geht Laurent Cantet („Auszeit“, „In den Süden“) in diesem zutiefst bewegen­den und emotional fesselndem Film auf die spannende Reise durch die großen und klei­nen Dramen ei­nes Schuljahrs. Ohne pädagogischen Zeigefinger, aber mit herzerfrischender Ehrlichkeit und funkeln­dem Humor, erzählt er von Lust und Frust des Lehrens und Lernens, von ei­nem Französischleh­rer, der seinen Schülern (alles talentierte Laiendarsteller) auf Augenhöhe begeg­net und Demokratie wagt: Ein Drahtseilakt. Es geschieht wenig und doch so viel. Auch wenn die ernüchternde Wirklichkeit die schönsten Utopien manchmal einholt, blüht ein Stück Hoff­nung auf mehr Chancengleichheit, Identität und Integration. Mutiges Französisches Kino, das Grenzen überwin­det und kompromisslos den Finger auf die Wunde legt.