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"Der Vorleser"


USA/Deutschland 2008, Regie: Stephen Daldry, Buch: David Hare
Kamera: Chris Menges, Roger Deakins, Darsteller: Kate Winslet, Ralph Fiennes, David Kross, Lena Olin, Bruno Ganz, Karoline Herfurth, 123 Min., ab

 

Sie ist rätselhaft und viel älter als er... und sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist Hanna (Kate Winslet) spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael (David Kross/ Ralph Fiennes) sie wieder - als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer grausamen Vergangenheit als KZ-Aufseherin. Am Ende wird er sie durch seine nie verloren gegangene Zuneigung erlösen...

 

"Wer braucht einen weiteren Holocaust-Film, der uns zum Mitleid mit einer KZ-Wächterin auffordert?“, wetterte die New York Times. „In ,Der Vorleser’ ist der Holocaust Teil eines Liebesdramas“, legte Der Spiegel nach und warnte vor einem „Paradigmenwechsel im Umgang mit den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte“. Stephen Daldrys Verfilmung des Buches von Bernhard Schlink wird von heftigen Skandal-Rufen begleitet. Doch die Aufregung ist kaum gerechtfertigt. Weder verharmlosen Daldry und sein Drehbuchautor David Hare die Verbrechen der Nazi-Zeit noch werben sie um Verständnis für die Täter. Sie werfen allerdings einen Blick auf das Verhältnis von Täter- und Nachkriegs-Generation, der aus dem Gut/Böse-Schema ausbricht und dementsprechend gewöhnungsbedürftig ist. Höchst anregend ist das allemal.