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"Citizen Kane"


USA  1941, Regie: Orson Welles, Kamera: Gregg Toland, Darsteller: Orson Welles,  Dorothy Comingore, Agnes Moorehead, Ruth Warrick, Ray Collins, Everett Sloane,  Joseph Cotten, Gino Corrado

 

Der Debütfilm des 24jährigen Autors, Regisseurs und Hauptdarstellers Orson Welles ist ein Film, der alle Rekorde gebrochen hat. 1992 wurde er von der Zeitschrift „Sight and Sound“ in einer Kritikerumfrage zum „Besten Film aller Zeiten“ gekürt.

Im Mittelpunkt steht das Leben des amerikanischen Zeitungsverlegers Charles Foster Kane, dessen Erfolgsgeschichte als Inkarnation des Amerikanischen Traums gefeiert, durch seinen Tod als einsamer Multimillionär jedoch auch als fragwürdig gekennzeichnet ist. Mit seinem medienkritischen Gesellschaftsporträt, das sich mit der Entstehung von Bildern und den Mechanismen großer Erzählungen auseinandersetzt und sie gleichzeitig in ihrer Banalität entlarvt, schuf Welles ein intellektuelles und unterhaltsames Kinoerlebnis.

 

 

 

Wie auch in einigen anderen Filmen beginnt Orson Welles mit dem Tod seiner Hauptfigur:

Auf seinem kalifornischen Schloß Xanadu stirbt einsam der berühmte Zeitungsmagnat Charles Foster Kane (Orson Welles). Die Wochenschau „News of the March“ hat einen filmischen Nachruf zusammengestellt, mit dem der Studiochef Rawlston (Philip von Zandt) jedoch unzufrieden ist. Er möchte wissen wer Kane wirklich war, nicht was er alles getan hat.

So schickt er den Reporter Thompson (William Alland) auf die Suche nach Kanes

Geheimnis. Das letzte Wort, das Kane über die Lippen kommt, „Rosebud“, soll als Schlüssel zu seiner rätselhaften Persönlichkeit dienen.

Nach einem vergeblichen Versuch, Kanes zweite Ehefrau Susan (Dorothy Comingore) zu befragen, sie ist zu betrunken, begibt sich Thompson ins Theaterarchiv, um die Memoiren des Wallstreet-Bankiers Walter Parks Thatcher (George Coulouris) einzusehen. Thatcher hatte einst den kleinen Charles (Buddy Swan) aus dem ärmlichen Zuhause seiner Eltern herausgeholt, nachdem diese durch Zufall in den Besitz einer großen Silbermine gekommen waren und ihren Sohn in der Stadt erziehen lassen wollten.

Als Thatcher Kane an seinem 25. Geburtstag die Verfügungsgewalt über sein Vermögen übergibt, kauft er sich sofort den „Inquirer“, eine Zeitung, mit der er gegen die Mißstände seiner Zeit zu Felde zieht. Die Anfänge beim „Inquirer“ erzählt Mister Bernstein, der ehemalige Chefredakteur (Everett Sloane): wie Kane mit seinem besten Freund Jedediah Leland (Joseph Cotton) in die Redaktion kam und – besessen vom Ehrgeiz die beste Zeitung zu machen – sofort den üblichen Betrieb dilettantisch, aber einfallsreich auf den Kopf stellt. Bernsteins Bericht endet mit der Rückkehr Kanes von seinem ersten Europatrip, bei dem Kane seine erste Frau kennenlernte: Emily Norton (Ruth Warrick), die Nichte des amerikanischen Präsidenten.

Der in einem Sanatorium lebende Leland erzählt Thompson die Geschichte dieser Ehe, die allmählich an Kanes beruflichen Aktivitäten zerbricht. Zum endgültigen Bruch kommt es, als Kane, während er um den Posten des Senators kämpft, auf der Straße die Sängerin Susan Alexander (Dorothy Comingore) kennenlernt. Kane wird daraufhin von seinem politischen Gegner Gettys (Ray Collins) durch Publikation dieser außerehelichen Liaison kompromittiert.

Nach seiner Scheidung heiratet Kane die Sängerin und setzt sich nun in den Kopf, sie um jeden Preis zum Opernstar zu machen.

Zum zweiten Mal im „El Rancho Club“, erfährt Thompson von Susan Alexander, wie auch dieser ehrgeizige Traum zerrann. Enttäuscht zieht sich Kane auf das pompöse, halbfertige Schloß Xanadu zurück. Nun ist es Einsamkeit und Untätigkeit, welche die zweite Ehe zerstören. Nach einem Streit verläßt Susan, die sich als Kanes Prestigeobjekt fühlt, ihren Mann. Der Hausdiener Raymond (Paul Stewart), berichtet wie Kane daraufhin ihr Zimmer demolierte. Dabei stößt er auf jene Schneeglaskugel, die ihm im Tod entglitt, auch hier das Word „Rosebud“ murmelnd.

Doch Thompson kann damit nichts anfangen und gibt seine Nachforschungen auf. Als er die Halle verläßt, wo gerade die unermeßlichen Kunstschätze Kanes verpackt werden, fährt die Kamera über ihn hinweg zu einem Ofen, wo das Gerümpel verbrannt wird. Der Schlitten mit dem der junge Charles spielte, als Thatcher ihn abholte, wird gerade hinein geworfen. In den Flammen erscheint, langsam verbrennend, das Wort „Rosebud“.